Freitagspredigt

Die nächtliche Himmelfahrt des Propheten (s)

Verehrte Muslime,

In der nächsten Woche werden wir in der Nacht ‎von Dienstag auf Mittwoch die Nacht der ‎Himmelfahrt begehen. Bereits jetzt gratuliere ich ‎Ihnen zu dieser Nacht.‎

Die Himmelsreise begab sich etwa anderthalb Jahre vor der Hidschra. Es war eine schwierige Zeit für den Propheten (s.a.w.) – sie sollte später auch eingehen in die Geschichte als “das Jahr der Trauer”: sein Onkel Abu Talib sowie seine Ehefrau Hatidscha (r.a.) waren verstorben, und die Mekkaner setzten der Gemeinde stark zu. Eine solche Atmosphäre war es, in der Allah, der Erhabene, seinem Gesandten mit diesem Wunder Trost und spendete.

Über diese segenreiche Nacht, die eine Reihe von göttlichen Geheimnissen und Weisheiten in sich birgt, heißt es im Koran: “Gepriesen sei der, der seinen Diener (Muhammed) des Nachts von der Heiligen Gebetsstätte (der Kaaba) zur Fernen Gebetsstätte (zur al-Aqsa) gebracht hat, deren Umgebung Wir gesegnet haben, um ihm von Unseren Zeichen zu zeigen. Er ist wahrlich der wohl Hörende, der wohl Sehende.”[1]

Diese nächtliche Reise des Propheten, von der der Koran spricht und die darauf folgende Himmelfahrt sind beide wundersame Ereignisse, die sich jenseits der Grenzen von Zeit und Ort ereignet haben. Und wundersame Ereignisse lassen sich nicht mit dem Verstand erklären. So glauben auch wir bedingungslos an den Koran und den Überlieferungen des Gesandten, wie es seinerzeit Abu Bakr getan hat. Angesichts der Nachricht über dieses wundersame Erlebnis des Propheten (s.a.w.) fand er nur die Worte: “Wenn er es gesagt hat, wird es wahr sein!”

Verehrte Muslime,

zu den bedeutendsten Geschenken der Himmelfahrt für die Muslime gehört zweifelsohne das Ritualgebet. So ist uns das Ritualgebet unsere persönliche Himmelfahrt. Gleich unserem Propheten (s.a.w.), der bei diesem Ereignis auf Allah traf, trifft auch der Gläubige sich - wenn er sich zum Gebet aufstellt - im Geiste mit seinem Herrn – direkt und ohne Mittler. Und die Bedeutung des Ritualgebets für den Gläubigen beschreibt uns der Koran wie folgt: “Verrichte das Gebet! Denn das Gebet hält (die Menschen) ab von Schandbarem und von Übel. Wahrlich, das Gedenken Allahs ist das Größte (unter den Gottesdiensten)." [2]

Zudem wurden in dieser Nacht die letzten beiden Verse der Sure Bakara offenbart und den Menschen die Frohbotschaft gegeben, dass die Sünden derjenigen vergeben werden, die sterben, ohne Allah jemanden beigesellt zu haben. [3]

Verehrte Gläubige,
An dieser Stelle wünsche ich Ihnen allen eine segenreiche Mi’radsch-Nacht und hoffe, dass sie der islamischen Welt zu Einheit und Zusammenhalt gereicht sowie der ganzen Menschheit zu Frieden und Eintracht.

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[1]Isra,17/1.
[2]Ankebūt,29/45.
[3]Musnad,I,422;