Freitagspredigt

Hutbe: Stoppt den Krieg!

Verehrte Muslime!

Die Menschheit macht große Fortschritte in Wissenschaft und Technik. Durch die Entwicklung von Transportmitteln ist es zum Beispiel möglich, entfernte Orte in wenigen Stunden zu bereisen. Menschen waren schon auf dem Mond und haben andere Planeten mit Raumfahrzeugen erreicht. Auch in der Medizin werden Fortschritte gemacht, etwa durch Organtransplantationen oder die Entschlüsselung des genetischen Codes. Dank moderner Kommunikationsmittel können sich Menschen weltweit miteinander vernetzen. Entwicklungen, die noch vor 100 Jahren unvorstellbar waren, gelten heute als alltäglich.

Liebe Geschwister!

Das ist die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite hat die Menschheit im letzten Jahrhundert verheerende Kriege, Unterdrückung und Verbrechen erlebt. Allein im Ersten und Zweiten Weltkrieg wurden geschätzt über 90 Millionen Menschen ermordet. Weitere 50 Millionen Menschen sind zwischen 1945 und 2000 durch Kriege ums Leben gekommen. Heute sind viele Menschen in muslimisch geprägten Ländern und anderen Regionen wie Myanmar, Syrien oder Jemen Kriegen, Konflikten und Unterdrückung ausgesetzt. Nachrichten über die Ermordung, Vergewaltigung und Unterdrückung von Menschen sind leider zur Normalität geworden.

Verehrte Muslime!

Allah weist im Koran auf die Ursache aller Kriege hin. Dort heißt es: „Sobald er den Rücken kehrt, bemüht er sich, im Lande Unheil zu stiften und Ackerland und Nachkommenschaft zu zerstören; Allah aber liebt nicht das Verderben.“[1] Leider erleben wir derzeit genau das Gegenteil. Die Mächtigen der Welt setzen sich nicht genug und gezielt für den Frieden unter den Völkern ein.

Liebe Geschwister!

Unser Prophet ﷺ  beschrieb den Charakter eines Gläubigen folgendermaßen: „Der Muslim ist derjenige, vor dessen Hand und Zunge alle Menschen sicher sind.

Und der Gläubige ist derjenige, dem die Menschen ihr Leben und Besitz anvertrauen.“[2] Möge Allah uns zu diesen Gläubigen zählen.

Es ist unmöglich, über die weltweiten brutalen Kriege und Verbrechen hinwegzusehen. Insbesondere auch wir Muslime, die wir den Islam als die Religion des Friedens leben und lehren, können nicht gleichgültig bleiben.

Allah wird diejenigen, die sich um Frieden und Sicherheit bemühen, reichlich belohnen. Im Koran heißt es: „Jene zukünftige Stätte: Wir haben sie für diejenigen bestimmt, welche auf Erden nicht mächtig sein und kein Unheil anrichten wollen. Und das (gute) Ende ist für die Gottesfürchtigen.“[3] Mögen wir zu denjenigen gehören, denen diese Belohnung zuteil wird.

[1] Sure Bakara, 2:205
[2] Nasâi, Îmân, 8, Hadith Nr. 4995
[3] Sure Kasas, 28:83