Freitagspredigt

Hutba: Wissen und Erkenntnis

Verehrte Muslime!

Der Islam basiert auf Wissen (Ilm) und Erkenntnis (Irfân). Die ersten offenbarten Koranverse fordern den Propheten auf, zu lesen und über den Sinn des Lebens nachzudenken. Im Koran heißt es: „Er ist es, der zu den Unwissenden einen Gesandten aus ihrer Mitte entsandt hat, ihnen seine Verse vorzutragen und sie zu reinigen und sie das Buch und die Weisheit zu lehren – obwohl sie zuvor in offenkundigem Irrtum waren.“[1] In den ersten offenbarten Versen heißt es: „Lies! Im Namen deines Erhalters, der erschuf – erschuf den Menschen aus einem sich Anklammernden. Lies! Denn dein Erhalter ist gütig, der durch die (Schreib-) Feder gelehrt hat – den Menschen gelehrt hat, was er nicht wusste.“[2]

Welchen Wert das Wissen bei Allah besitzt, erfahren wir an einer anderen Stelle. Dort heißt es: „Allah wird diejenigen von euch, die glauben und denen Wissen gegeben wurde, um Rangstufen erhöhen.”[3] „Sprich: ‚Sind etwa diejenigen, welche wissen, und jene, welche nicht wissen, einander gleich?’“[4] Jeder Muslim ist dazu verpflichtet, Wissen zu erwerben.[5] Der Prophet sagte diesbezüglich: „Wer auf der Suche nach Wissen auszieht, der ist auf Allahs Weg, bis er zurückkehrt.“[6]

Es ist schön zu hören, dass frühe muslimische Gelehrte und Wissenschaftler wichtige Entdeckungen auf dem Gebiet der weltlichen Wissenschaften gemacht haben.
Darauf kann man stolz sein. Aber dabei darf es nicht bleiben. Es liegt in unserer Verantwortung, das Erbe dieser Gelehrten fortzuführen, indem wir uns von bedeutungslosen weltlichen Dingen entfernen und uns um Wissen, Erkenntnis und höhere Werte bemühen.

Möge Allah uns bei der Ausbildung und Förderung von jungen Muslimen helfen und Erfolge ermöglichen. Âmîn.