Freitagspredigt

Reue und Vergebung: „Wer wegen der eigenen guten Tat Freude und wegen einer Verfehlung Trauer empfindet, besitzt wahrhaften Glauben.“ (Hadith)

Verehrte Muslime
Alle unsere Fehler werden uns irgendwann einholen, egal wo und wann wir sie begangen haben. Aber Allah gibt uns Hoffnung. Er verspricht, dass er unsere Sünden vergibt, wenn wir uns reinen Herzens an ihn wenden und unsere Fehler bereuen. Unser geliebter Prophet sagt: „Wenn jemand seine Sünden einsieht und aufrichtig bereut, ist es als hätte er sie nie begangen.“[1]

Liebe Geschwister!
Unser Schöpfer rät unser zur Tawba. Eine bei Allah angenommene Tawba ist unermesslich. In dem Koranvers am Anfang der Hutba heißt es: „O ihr, die ihr glaubt! Kehrt euch Allah zu, in aufrichtiger Reue. Vielleicht deckt Allah eure Missetaten zu und führt euch in Gärten ein, durcheilt von Bächen – an jenem Tage, an dem Allah den Propheten und die Gläubigen mit ihm nicht beschämen wird. Ihr Licht wird ihnen vorauseilen und zu ihrer Rechten. Sie werden sprechen: »O unser Herr! Mache unser Licht vollkommen und verzeihe uns; siehe, Du hast Macht über alle Dinge.«“[2]

Verehrte Muslime!
Eine Sünde zu begehen bedeutet, eine von Allah gesetzte Grenze zu überschreiten. Diese Überschreitung und ihre Folgen auf das Herz beschreibt unser Prophet wie folgt: „Sobald ein Diener eine Sünde begeht, entsteht in seinem Herzen ein schwarzer Fleck. Wenn er Buße tut und Abstand nimmt, wird sein Herz gereinigt. Wenn er aber nicht Buße tut und weiterhin sündigt, wächst der schwarze Fleck und bedeckt sein ganzes Herz.“[3]

Liebe Geschwister!
Wie diesem Hadith zu entnehmen ist, sollen wir, wenn wir eine Sünde begangen haben, diese bereuen. Wir dürfen die Tawba nicht aufschieben. Wer die Tawba aufschiebt, verfällt der Versuchung des Teufels.

Die aufrichtige Tawba für Sünden kommt aus tiefstem Herzen. Wer gesündigt hat und bereut, verspricht seinem Herren, dieselbe Sünde nicht noch einmal zu begehen.

Wenn wir unsere Sünden nicht bereuen, sind wir uns der Gefahren dieser Sünde nicht bewusst. Wenn wir sogar weiterhin Sünden begehen, sollten wir uns fragen, ob unser Herz schon so hart geworden ist, dass wir keine Reue empfinden können.

Unser Prophet hat uns hierfür einen Maßstab gegeben. Er sagt: „Wer wegen der eigenen guten Tat Freude und wegen einer Verfehlung Trauer empfindet, besitzt wahrhaften Glauben.“[4]

Verehrte Muslime!
Lasst uns die Hutba mit einem Hadith abschließen, der unsere Herzen erhellt: „Allah gewährt jemandem, der fortwährend bereut und Buße tut, für jede Sorge einen Ausweg und für jede Beschwernis Erleichterung und beschert ihm Auskommen von unerwarteter Stelle.“[5]

(23.02.2018)
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[1] Ibn Mâdscha, Zuhd, Hadith Nr. 4391
[2] Sure Tahrîm, 66:8
[3] Tirmizî, Tafsir, Hadith Nr. 3654
[4] Tirmizî, Fitan, 8, Hadith Nr. 2165
[5] Abû Dâwûd, Witr, 103, Hadith Nr. 1518