Freitagspredigt

Unser Glaube an Allah

Verehrte Muslime!

Îmân bedeutet, mit Überzeugung an Allah zu glauben und ihm vollkommen zu vertrauen. Wie stark unser Îmân, also unser Glaube, ist, sehen wir an unseren Taten: Ist unser Glaube fest, dann sind unsere Taten aufrichtig. Der Glaube ist wie ein Stück Teig, das in eine Backform gesetzt wird. Ist die Form, d. h. unser Glaube, beschädigt, dann wird das Gebäck, also unsere Taten, unansehnlich werden. Die Kraft des Glaubens ist an den Taten erkennbar. In diesem Sinne heißt es im Koran: „Jeder handelt auf seine Weise. Und euer Herr weiß sehr wohl, wer auf dem rechten Weg ist.“[1]

Liebe Geschwister!

Der Glaube an Allah ist die Straße, die ins Paradies führt. Auf jeder Straße gibt es Verkehrsregeln. Zu diesen Regeln gehören das Gebet, die Moral und Gerechtigkeit. Unsere Taten zeigen, dass wir diese Regeln beachten. In dem Vers am Anfang unserer Hutba weist Allah uns mit folgenden Worten den richtigen Weg: „Diejenigen, welche sagen: ‚Unser Herr ist Allah’ und dann sich standhaft wohl verhalten, zu ihnen kommen die Engel hernieder: ‚Fürchtet euch nicht und seid nicht traurig, sondern vernehmt die frohe Botschaft vom Paradies, das euch versprochen ist!’“[2]

Verehrte Muslime!

Wir glauben, dass Allah alles sieht, was wir tun, selbst in der dunklen Nacht oder an einem verborgenen Ort. Allah hört unsere bösen Worte, Lügen, Verleumdungen und Lästereien auch dann, wenn wir nur flüstern. Er kennt unsere intimsten Geheimnisse, Wünsche und Gedanken. In einer Welt voller Hass, Wut und Schmerz wird uns im Koran versprochen: „Allah verzeiht die Sünden allzumal.“[3] Er verzeiht, nimmt Reue an und wartet geduldig darauf, dass seine verirrten Diener zu ihm zurückkehren.

Wir glauben an Allah, der unendlich barmherzig und vollkommen gerecht ist. Wir glauben an Allah, der Herrschaft und Weisheit besitzt. Er, der dem Feuer befahl: „O Feuer, sei kühl und unschädlich für Ibrâhîm!“[4], sodass es dem Propheten Ibrâhîm (a) nicht schadete, denn dieser hatte es vorgezogen, sich lieber ins Feuer werfen zu lassen, als Allah zu verleugnen. Wir glauben an Allah, der Yûsuf (a) vor der Hinrichtung und aus dem Kerker rettete, weil er das unmoralische Angebot ablehnte und sagte: „Mein Herr! Das Gefängnis ist mir lieber als das, wozu sie mich auffordern!“[5]

Liebe Geschwister!

Natürlich dürfen wir unser Leben hier auf Erden genießen. Wichtig ist, nicht zu vergessen, dass Allah für jeden von uns einen Palast im Paradies vorbereitet hat. In diesen Palast gelangen wir durch Ibâdas und gute Taten auf dem rechten Weg Allahs.

(12.01.2018)

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[1] Sure Isrâ, 17:84
[2] Sure Fussilat, 41:30
[3] Sure Zumar, 39:53
[4] Sure Anbiyâ, 21:69
[5] Sure Yûsuf, 12:33