Freitagspredigt

Unser Verhalten gegenüber Kindern

Verehrte Muslime!

Was kommt uns in den Sinn, wenn wir an unsere Kinder denken? Laute, unverschämte junge Menschen? Sicher nicht. Wir denken an Offenherzigkeit, Zuneigung und Lebendigkeit, an ein Leben voller Energie. Wenn es dort, wo wir leben, keine Kinder gibt, bedeutet das, dass es mit diesem Ort zu Ende geht. Dort sind Mensch und Menschlichkeit am Ende. Denn Kinder sind unsere Hoffnung und Sicherheit für die Zukunft. Kinder sind ein Segen Allahs. Kein Kind kennt von Natur aus Lügen, Falschheit, Betrug, Hass oder Feindschaft. Dies ist allein das Ergebnis unserer falschen Erziehung.

Liebe Geschwister!

Selbst wenn Kinder heftig miteinander streiten, sind sie schneller versöhnt, als der Kampf dauerte. Wir können viel von ihnen lernen. Es liegt in unserer Hand, unsere Kinder so zu erziehen, dass ihre natürlichen guten Eigenschaften nicht verloren gehen. Unsere Kinder sollten lernen, was ein gutes Gemeindeleben ist. Wir alle sollten glücklich sein, sie um uns zu haben und unser Wissen und unsere Erfahrungen an sie weitergeben zu können.

Verehrte Muslime!

Im Koran heißt es: „Euer Vermögen und eure Kinder sind (euch) eine Prüfung. Und Allah – bei ihm ist großer Lohn.“[1] Allah prüft uns durch unsere Kinder, verheißt uns aber gleichzeitig eine frohe Botschaft. Unser Prophet rät uns: „Gebt euren Kindern (von eurem Vermögen und eurer Liebe) und gebt ihnen eine gute Erziehung.“[2]

Liebe Geschwister!

Wir sind gerne dort, wo man uns schätzt und wo wir uns wohlfühlen. Deshalb sollten wir dafür sorgen, dass unsere Kinder sich in der Moschee wohlfühlen. Denn hier in der Gemeinschaft können sie ihre soziale Seite am besten entfalten. Natürlich ist das nicht immer einfach. Aber vergessen wir nicht: Kinder sind nicht ungezogen, sondern einfach nur Kinder. Deshalb haben wir als Gemeinde folgende Aufgaben ihnen gegenüber:

  1. Ihnen mit Liebe und Respekt begegnen.
  2. Geduldig und verständnisvoll sein.
  3. Sie zum Guten führen.
  4. Einen guten Umgang mit ihnen pflegen.
  5. Sie beim Gebet an die Seite nehmen.
  6. Keine unangemesse Sprache verwenden.
  7. Ihnen ein Vorbild sein. Denn Kinder bekommen von uns nicht nur Nahrung, sondern übernehmen auch unser Verhalten.
  8. Das Kind eines Anderen nicht als fremd, sondern wie unser eigenes Kind betrachten.

Die Moscheen tragen eine große Verantwortung. Unsere Gemeinden müssen immer offen sein für Kinder und Jugendliche. Ein Ort, an dem Kinder leben und lernen wollen.

Möge Allah unsere Prüfung erleichtern.

(29.12.2017)

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[1] Sure Tagâbun, 64:15
[2] Ibn Mâdscha, Adab, 15; Hadith Nr. 3671