Freitagspredigt

Unsere Moscheen

Verehrte Muslime,

Moscheen sind in erster Linie Orte der Gottesdienste. Dort beten wir zu Allah und gedenken seiner. Auch die Gefährten unseres Propheten, Muhammad (s), sahen die Moscheen in diesem Licht. Sie wussten natürlich, dass Allah nicht an einen Ort gebunden ist. Jedoch wird die Kaaba das „Haus Allahs“ bezeichnet, weshalb alle Moscheen quasi Zweige der Kaaba sind. Diese Einstellung wurde von den nachfolgenden Muslimen übernommen und verbreitet. Den Überlieferungen von Tabarânî und Haysamî zufolge sagte der Gesandte Allahs: „Wer Zuhause die Gebetswaschung vornimmt und in die Moschee kommt, ist der Gast Allahs. Gewiss wird der Gastgeber seinen Gast gut versorgen.“

Liebe Geschwister,

neben der Funktion als Gebetshäuser stellen Moscheen auch Orte der Versammlung dar. Muslime verschiedener Herkunft und Sprache kommen hier in dem Umma-Bewusstsein zusammen und teilen ihre Sorgen miteinander. Probleme werden hier zur Sprache gebracht und nach Lösungswegen gesucht. Muslime teilen ihre Freuden und ihr Leid in den Moscheen. So entsteht ein Band der Geschwisterlichkeit, Menschen kommen sich näher, sorgen füreinander, setzen sich füreinander ein.

Moscheen sind Orte, an denen wir unsere Persönlichkeit entwickeln, Gottesdienste verrichten, unsere Religion und Werte lernen und umsetzen. Nichtmuslime erhalten hier Auskunft über den Islam, hier lernen sie uns kennen.

Verehrte Muslime,

mithilfe der Moscheen können wir Muslime unseren Glauben lernen und unsere Identität festigen. Wenn unsere Vorfahren diese Moscheen nicht gegründet hätten, wären wir heute vielleicht nicht die Gäste Allahs hier. Auch wir tragen die Verantwortung, unseren Kindern und den nächsten Generationen die Moscheen im besten Zustand zu hinterlassen. Wenn nicht wir die Moscheen betreuen und pflegen, so wird es keiner tun.

Liebe Gemeinde,

Moscheen werden auf zwei verschiedene Weisen betreut und lebendig gehalten. Erstens: Die Instandhaltung und Sanierung der Fassade und der Räumlichkeiten. Zweitens: Die Stärkung des Gemeinschaftsgefühls in den Moscheen, insbesondere durch die Zusammenkunft in der Gemeinde und der Beteiligung an Aktivitäten und Projekten.

Liebe Geschwister,

damit das alles umgesetzt werden kann, müssen wir uns an den Kosten beteiligen und an den Aktivitäten teilnehmen. Dies gilt als fortwährende Spende (Sadaka al-Dschâriya). Das heißt: Solange die Moschee existiert, werden uns gute Taten gutgeschrieben. Mit einer Mitgliedschaft in den Moscheen und Gemeinden und einem monatlichen Beitrag können wir unsere Zugehörigkeit zeigen. Ich möchte die Hutba mit dem folgenden Koranvers beenden:

„Betreuen und besuchen sollte die Moscheen Allahs nur, wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt und das Gebet verrichtet und die Steuer zahlt und Allah allein fürchtet.“[1]

(21.12.2017)
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[1] Sure Tawba, 9:18