Freitagspredigt

Bildung und ihre Bedeutung im Islam

Die besten Ziele, für die sich jede Anstrengung lohnt, sind der Erwerb von Wissen und das Erlernen von Wissenschaften. Auf dem selbst gewählten Weg zum Wissen ist es erforderlich, gegebenfalls auf viele irdische und menschliche Vergnügungen und Vorteile zu verzichten und den Sorgen und Schwierigkeiten, die mit diesem Weg zusammen hängen, die Stirn zu bieten. Nicht nur Wege, die zu religiösem Wissen führen sind wertvoll, sondern auch jegliche Kenntnisse und Methoden die der Menschheit nützen, sind wertvoll.

Im Grunde genommen wird der Mensch durch Wissen erhaben. Während der Gelehrte das eigene Umfeld durch sein Wissen erleuchtet, erhellt der Fromme sein Umfeld mit seinen Gottesdiensten. So wie die Engel den Menschen bei seinem Kampf, ein guter Mensch zu sein, unterstüzten, helfen sie auch demjenigen, der sich der Wissenschaft, dem Wissen und der Bildung widmet. Mit seiner Aussage: “Der Mensch auf dem Wege des Wissens ist so lange auf dem Wege Allahs bis er zurückkehrt.”1, hat der Gesandte Allahs auf diese Realität hingewiesen.

Der Erwerb von Wissen ist nicht nur das Aneignen des Wissens, sondern gleichzeitig eine mit dem Glauben eng verbundene Bemühung, geistige und ideelle Fortschritte zu machen. Mit dem Vers: “Allah fürchten von Seinen Dienern eben nur die Gelehrten.”2, wird die Beziehung zwischen Wissen und Glauben auf eindrucksvolle Art betont. Auch der am Anfang meiner Predigt rezitierte Vers: “Sag: Sind etwa diejenigen, die wissen, und diejenigen, die nicht wissen, gleich?“3, ist ein weiterer Ausdruck der Einheit von Wissen und Glauben.

In einem Bittgebet sagte der Gesandte Allahs (s): “Ich nehme vor unnützem Wissen Zuflucht bei Dir (o Allah).”4, und drückt dadurch aus, dass das von Allah und seinem Gesandten gelobte und geförderte Wissen solches Wissen ist, die nützlich sind. Nützliches Wissen, verbessert den Charakter und die Handlungen, verleiht eine Reife und gewährleistet, dass der Mensch Respekt gegenüber Allah, dem Recht und der Justiz erlernt. Ebenso verleitet nützliches Wissen sowohl das Individuum als auch die Gesellschaft zu Wohl und Frieden im materiellen und geistigen Bereich.

Als Mitglieder der Gemeinschaft (Umma) des Propheten, der sagt: “Wissen ist das verlorene Gut des Gläubigen. Wo er es findet, ist der Gläubige diesem würdig (es zu lernen und zu praktizieren).”5, sind wir verpflichtet, dem Wissen die erforderliche Bedeutung zuzumessen. Wenn die Schule wieder anfängt, stehen wir als Mütter und Väter in der Pflicht, Verantwortung, besonders für die Bildung unserer Kinder und Jugendlichen, zu übernehmen. Es wäre ein Irrtum, anzunehmen, dass wir allein durch das Hin- und Zurückbringen zur Schule, sowie der Übernahme von schulischen und weiteren Bedürfnissen unserer Verantwortung gerecht werden können.

Unsere Kinder entsprechend ihrer Begabungen auf die Zukunft vorzubereiten und ihnen die Ausbildung an der Universität zu ermöglichen, liegt auch in der Verantwortung der als Mütter und Väter. Unsere Jugendlichen entsprechend ihrer Begabungen und Wünsche auf Berufe hinzuweisen und ihnen Ausbildungswege aufzuzeigen, ist eine der größten Unterstützungen für ein besseres Leben und eine bessere Zukunft von ihnen. Darüber hinaus dürfen wir keineswegs den Koran- und Religionsunterricht in unseren Moscheen und Kursen vernachlässigen. Lassen sie uns unsere Kinder fördern und unterstützen, damit sie sich, sowohl aus beruflicher Sicht entwickeln, als auch ihre religiösen und spirituellen Werte aneignen. Diese Bemühungen für die Erziehung und Entwicklung von nützlichen Generationen sind unsere wichtigste Aufgabe und tragen am jüngsten Tag zum Segen für uns bei.

In diesem Sinne; Von Allah, dem Erhabenen, wünsche ich allen Schülerinnen und Schülern viel Erfolg im neuen Schuljahr. Möge Allah unseren Kindern die Sinne schärfen und ihre Bemühungen nicht umsonst sein lassen. Möge Allah sie von jeglichem Unglück und Missgeschick bewahren. Möge das neue Schuljahr all unseren Kindern und Lehrern sowie Müttern und Vätern Gutes bringen.

1 at-Tirmidhi, Ilim, 2  
2 Koran, al-Fatir, 35/28                                                     
3 Koran, az-Zumar, 39/9                                                    
4 at-Tirmidhi, Daawat, 38                                  
5 at-Tirmidhi, Ilim, 19